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Abschnitt 22


--,,Such Dir 'ne Pizza aus!'', sagte Vera zu Walter, während sie vor der Kühltruhe mit den Fertiggerichten standen.

--,,Ist mir egal, hol' doch irgendeine. Ich habe eh kaum Hunger! ... Sag' mal, Deine Haare sind ja ganz naß?''

--,,Der blöde Föhn ist doch kaputt und mit dem Papier geht's nicht. Damit reibt man sich nur Flusen ins Haar! ... Aber Hauptsache ist, daß ich das eklige Zeug rauswaschen konnte. Sowas hat doch wirklich nichts mit Fasching zu tun. Was finden die eigentlich daran lustig, ich find' das jedenfalls nicht lustig!''

Walter schien wieder völlig in Gedanken versunken und hatte wohl nicht richtig zugehört.

--,,Dieser Afrikaner ... Wie heißt der noch? ... ''

--,,Dr. Mongala!''

--,,Ja, also der war ja viel netter als der gestern, aber erfahren haben wir ja auch nicht viel mehr ... Heute Nachmittag sollten wir mal mit dem Oberarzt oder am besten gleich mit Professor Dehmer. ... Sag' mal, dein Mann kennt den doch privat?''

--,,Kennen kann man da nicht gerade sagen, sie waren mal zusammen eingeladen, aber ich weiß überhaupt nicht, ob die miteinander geredet hatten ... Du kannst es ja mal versuchen heute Nachmittag einen Termin mit ihm zu vereinbaren! Vielleicht klappt's ja noch heute! ... ''

--,,Und du?''

--,,Ich muß doch nach Hause! Hab' ich dir doch schon mal gesagt! Die Kinder, und überhaupt, ich hab' dort noch 'ne Menge zu tun!''

--,,Heute sah sie doch besser aus? Was meinst du?''

--,,Ja schon ... ''

Das Aber lag ihr auf der Zunge, doch sie unterdrückte es. Warum ihn noch mehr beunruhigen. Besser ihm den Strohhalm lassen, an dem er sich hielt. Vera war enttäuscht gewesen. Sie hatte irgendwie erwartet oder gehofft, sie anders vorzufinden. Aber es war alles fast wie am Tag zu vor. Sie schlief tief und fest. Nur einmal, da hatte sie kurz die Augen aufgeschlagen, hatte irgendwas gemurmelt. Und vor allem hatte sie Veras Hand gedrückt, aber nur für einen kurzen Moment. Und dann schlief sie wieder. Tief und fest. Komaähnlich, aber die Krankenschwestern beteuerten ihr, daß sie nicht im Koma läge. Eigentlich unerklärlich, sagte Alma, denn sie hätten ihr heute bedeutend weniger Beruhigungsmittel verabreicht und vor allem keine Schlafmittel. Nachmittags wäre ihre Mutter bestimmt munter!



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