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Ursachen der Procrastination
Bevor man die Procrastination erfolgreich behandeln oder bekämpfen
kann, muss man zunächst einmal Ursachenforschung betreiben. Leider
gibt es keine generelle Ursache, die in jedem Fall zutrifft.
Ebensowenig wurde bisher ein Gen ausfindig gemacht, welches für
die Aufschieberei verantwortlich sein könnte.
Vordergründig werden von Menschen, verschiedene Gründe
genannt, weshalb sie bestimmte Arbeiten oder Projekte
aufschieben. Einige der am häufigsten angeführten Ursachen:
- Idole und abschreckende
Beispiele
Wie alle Menschen sind auch chronische Aufschieber geprägt von Vorbildern, die
sowohl positiver als auch negativer Natur sein können. Meistens entstammen diese
Idealbilder aus dem engsten Familienkreis, z.B. Vater oder Mutter,
können sich aber auch im Freundes- und Bekanntenkreis finden. Ebenso
können natürlich auch andere Menschen als abschreckende Beispiele
dienen. Zum Beispiel ein Vater, der in seinem Job perfekt
funktioniert, nichts unerledigt lässt, was seine Arbeit betrifft, der
jedoch im Zwischenmenschlichen versagt, indem er seine Familie
gravierend vernachlässigt. Ein Kind, was unter einem solchen
"perfekten" Vater groß wird, kann den Schluss ziehen, dass es besser
ist nicht so perfekt zu sein und dann ins andere Extrem, also die
Prokrastination, fällt.
- Perfektionismus
Perfektionismus ist das übersteigerte Bestreben nach Perfektion und
Vervollkommnung. Perfektion ist gewöhnlich unerreichbar, denn fast immer
findet sich etwas, was hätte besser gemacht werden können. Das weiß natürlich auch der
Perfektionist, sodass er Anforderungen in dem Bewusstsein, sie nicht
zufriedenstellend, d.h. seinem Perfektionismus entsprechend,
erledigen zu können verschleppt. Die Anforderungen können sowohl von
außen, also z.B. Chef oder Vorgesetzter, als auch von innen, also
von der Person selbst, kommen. Aus dem beinahe krankhaften Verlangen
immer ihr Bestes geben zu wollen, versagen Perfektionisten leider
allzu häufig, d.h. statt einer überdurchschnittlichen Leistung liefern
sie mangelhafte Ergebnisse ab, die weit unter ihrer eigenen
Leistungsfähigkeit liegen.
- Hohe Ablenkungsbereitschaft
Eine hohe Bereitschaft zur Ablenkung entspringt in der Mehrzahl der
Fälle einer großen wissenschaftlichen Neugierde und
Aufgeschlossenheit gegenüber neuen
interessanten Inhalten und Aufgaben. Solche Personen besitzen in der
Regel
auch ein sehr breit gefächertes Interessengebiet, sodass sich ihnen
eine breite Palette an interessanten Tätigkeiten bietet. In den
meisten Fällen erhöhen wohl einige der anderen genannten Ursachen die
hohe Bereitschaft zur Ablenkung, wie z.B. Langeweile, fremde Anforderungen, die
sich nicht mit den eigenen Interessen decken usw.
- geringe Wichtigkeit und Bedeutung
Daraus folgt, dass man nicht die nötige Motivation
aufbringen kann
- Akzeptanz fremder Anforderungen
Dieser Punkt ist mit dem vorherigen verwandt. Manche können sich
nicht mit von außen gesetzten Zielen bzw. Anforderungen
anfreunden, die nicht mit ihren eigenen Interessen und Zielen
übereinstimmen. Solche Arbeiten werden dann aufgeschoben, weil sie
innerlich abgelehnt werden.
- Unklare Anforderungen
Wenn jemand nicht richtig versteht, was von ihm verlangt wird,
weiß er nicht, wie er richtig anfangen bzw. mit einer Arbeit
fortfahren kann. Unklare Anforderungen können natürlich auch
mangelhaft formulierte Prioritäten sein.
- Unfähigkeit
Es fehlt das nötige Wissen oder die Fertigkeiten, die für
eine Aufgabe benötigt werden. Unter Umständen wäre es dennoch
möglich, sich diese anzueignen, aber aus Angst wird die Arbeit
verschoben. Sehr häufig ist es jedoch so, dass diese Menschen sehr wohl über
die von ihnen verlangten Fertigkeiten verfügen, aber die Angst
suggeriert ihnen eigenes Unverständnis.
- Angst vor dem Neuen
Wie beim letzten Punkt: Es werden Anforderungen gestellt, die neue
Fertigkeiten und neues Wissen verlangen. Dazu kommt häufig auch die
Angst das Vertraute und Bewährte loszulassen.
- Versagens- oder Entscheidungsängste
Dieser Punkt lässt sich nicht scharf vom vorherigen
abgrenzen. Versagens- und Entscheidensängste können in einigen Fällen
auch aus einem Hang zum Perfektionismus resultieren.
Auch wenn einer oder mehrere der obigen Punkte als Ursachen ausgemacht
werden können, heißt das noch nicht automatisch, dass jemand
nicht damit klarkommt.
Manche haben große Schwierigkeiten langweilige und
unwichtige Tätigkeiten zu erledigen während andere dies
problemlos auch über Monate und Jahre erdulden können.
Die Ursachen der Procrastination liegen sehr häufig bereits in
früher Kindheit. Es handelt sich sehr häufig um
Störungen, die sich in der Familie aufgebaut haben.
| Übersicht:
Idole
Eine sehr häufige Ursache für Procrastination
Perfektionismus
Vielleicht
eine der häufigsten Ursachen für Aufschiebeverhalten.
Ablenkungsbereitschaft
Eine
Charaktereigenschaft unter der gerade
die Hochbegabten unter dieser Spezies leiden
Priorisierung
Anstehenden
und notwendigen Tätigkeiten wird eine
zu geringe Wichtigkeit zugestanden
Akzeptanz
Eine Arbeit
wird nicht akzeptiert und abgelehnt
unpräzise
formulierte Anforderungen
Daraus folgt
Unsicherheit und Zaudern
Unfähigkeit
Dabei kann
diese wirklich oder eingebildet sein
Versagens-
und Entscheidungsängste
Häufig sind
diese Ängste unbegründet.
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