Inhalt
Literatur:
Forum:
Mit freundlicher Unterstützung von:

Linux Kurse, Schulungen und Seminare am Bodensee
or if you are interested in the international version:
Linux and Python courses and seminars
Kostenlose Hilfe für die Bewerbung finden Sie unter
Bewerbung-Hilfe.net
Um Python geht es auf Python-Kurs. Dort gibt es auch ein ausführliches Tutorial zu Python.
Um "Geistiges Eigentum", also rund um Patente, Urheberrecht, Copyright und Open Soure geht es auf Geistiges Eigentum
|
|
Idole und abschreckende Beispiele
Um die Frage zu beantworten, wie es dazu kam, dass man sich zu einem Procrastinator
entwickelte, muss man sich vor allem die Idole und auch die
Anti-Idole, also die abschrekcenden Beispiele der Kindheit
anschauen. Sie finden sich meist im nährern Umfeld: Eltern, Verwandte,
Nachbarn, Lehrer/innen und Freunde.
Jemand hatte zum Beispiel einen Vater, der seine Pflicht oder Arbeit
über alles stellte. Ein Vater, der immer überaus pünktlich und korrekt
arbeitet niemand etwas verschiebt oder versäumt zu tun. Aber er
vernachlässigt, wie es das Kind sieht, wegen dieser Tugend seine
Frau und seine Kinder. Also fasst das Kind hauptsächlich unbewußt den
Entschluss niemals so zu werden wie sein Vater. In Schule und Studium
widmet er sich immer mehr seinen Freunden und Freundinnen als den
dortigen Anforderungen. Er schafft die Ausbildung nur mit Mühe. Auch
später im Beruf hat er große Probleme. Er weigert sich Überstunden zu
machen und ist immer mit seiner Arbeit im Rückstand, aber er kümmert
sich so um seine Familie, wie er es sich immer bei seinem Vater
gewünscht hätte.
Jane B. Burka und Lenora M. Yuen stellen in ihrem Buch
"Procrastination. why you do it, what to do about it." vier
interessante Beispiele aus ihrer Praxis vor (Seite 85):
- Ein Mann erinnerte sich daran, dass er von seinem überaus
erfolgreichen Vater eingeschüchtert war. Ein Mann der die Armut
überwunden hatte und sich zu einem preisgekrönten Wissenschaftler
entwickelte. Er arbeitete 24 Stunden am Tag, ohne Unterbrechung, und
nutzte sogar die Zeit auf der Toilette um wissenschaftliche
Veröffenltichungen zu lesen. Der Vater wird mit den Worten zitiert:
"Wenn du nichts Bedeutendes tust, vergeudest du den Platz auf dem du
stehst!" Für seinen Sohn war er ein Sinnbild des Erfolgs. Der Sohn
glaubte, seinen Vater sogar übertrumpfen zu müssen, und es war wenig
verwunderlich, dass er sich aus Angst zu versagen zu einem
Procrastinator entwickelte.
- Bei einem anderen Beispiel handelt es sich um eine
Restaurantleiterin, die aus Angst sich zu sehr von ihrer Familie zu
entfernen, nicht traute voll zu entfalten, was sich in Verzögerungen
und Verschleppungen der nötigen Arbeiten äußerte. Ihre Mutter, ihre Tanten
und ihre Großmutter hatten nichts aus ihrem Leben
gemacht, "nur Hausfrauen" und waren in ihren Augen Versager.
- Als weiteres eindringliches Beispiel präsentieren Burka und Yuen einen
Versicherungsvertreter, der aus Angst so zu enden, wie seine
geschiedene Mutter nur jeweils ein oder zwei Tage pro Woche arbeitet,
um sich dann für den Rest der Woche auszuruhen. Seine Mutter hatte
vier Kinder zu versorgen und benötigte drei verschiedene Jobs, um
finanziell über de Runden zu kommen. Sie hatte kaum Zeit für ihre
Kinder, und wenn sie bei ihnen war, war sie erschöpft und
überarbeitet. Irgendwann war die Anstrengung zu groß und sie erlitt
einen Nervenzusammenbruch.
- Ein Kind erlebt zwei extreme Lehrerinnen. Eine war überaus
effizient. Sie erreichte immer die gesteckten Ziele. Aber sie wurde
von dem Kind als humorlos und nicht erreichbar wahrgenommen. Von ihr
ging weder Wärme noch Zuneigung aus. Im Gegensatz dazu war eine andere
Lehrerin sehr lebensfroh und hatte einen spielerischen Umgang mit den
Schülern und Schülerinnen. Aber sie war auch völlig unorgnaisiert und
kämpfte immer mit Verspätungen und Verzögerungen. Für das Kind war die
zweite Lehrerin diejenige, die es nachzuahmen galt.
|
|