Faulheit oder Krankheit
"Nach Faulheit folgt Krankheit." sagt ein deutsches
Sprichwort und viele Leute setzen Procrastination gleich mit
Faulheit. (s. unsere Begriffsbestimmung) Aber
mit Faulheit verbinden die wenigsten eine Krankheit. Viele
lehnen es sogar ab das Aufschiebeverhalten als Krankheit zu
sehen. Fragt man dann nach den Gründen wird folgendes einem am
Aufschiebeverhalten leidenden unterstellt:
Das diese Punkte gerade in besonders schweren Fällen nur sehr bedingt
zutreffen, wird nach der Lektüre unserer Rubriken Ursachen, Definition
und Teufelskreis ersichtlicht.
Aber selbst wenn es stimmte, also wenn dieses Verhalten
selbstverschuldet und aus eigener Kraft abwendbar wäre, dürfte man die
Prokrastination dann nicht mehr als Krankheit bezeichnen? Gelten diese
Kriterien nicht auch in vielen Fällen für allgemein gültig anerkannte
Krankheiten. Man spricht von einer Magen-Darm-Verstimmung, wenn jemand
sich der Völlerei oder einem Alkoholexzess hingegeben hat. Diesen
Zustand kann man prolongieren durch fortwährendes Fehlverhalten oder
schnell beenden durch eine strikte Diät. Oder ein Raucher, der sich
schwere körperliche Schäden durch sein Laster zuführt:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magenerkrankungen, Durchblutungsstörungen
usw.
Definition Krankheit
In der Medizin bevorzugt man heute den Begriff Störung statt
Krankheit, da er wertneutral ist. So definiert sich die Krankheit als
eine körperliche oder psychische Störung, die sich durch erkennbare
Symptome zeigt. Symptome, die das Wohlbefinden und/oder die
Leistungsfähigkeit einer Person (Lebewesen) beeinträchtigen. Nach Schmidt und
Unsicker (2003) versteht man unter Krankheit, das Vorliegen von
Symptomen und/oder Befunden, die als Abweichung von einem
physiologischen Gleichgewicht oder einer Regelgröße (Norm)
interpretiert werden können und die auf definierte Ursachen innerer
oder äußerer Schädigungen zurückgeführt werden können.
Fazit
Aus dieser Begriffbildung ergibt sich, dass es sich bei der
Prokrastination in bestimmten, vor allem schweren, Fällen zweifelsfrei
um eine Krankheit bzw. Störung handelt, denn die Leistungsfähigkeit
und das Wohlbefinden sind dann erhablich gestört.
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