Procrastination

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Morgen, morgen, nur nicht heute sagen alle faulen Leute

Ursprung

Eine besonders schöne Formulierung für die im Sprichwort bezeichneten Leute lieferte Peter Ustinov: "Die Menschen, die etwas von heute auf morgen verschieben, sind dieselben, die es bereits von gestern auf heute verschoben haben." Diesen Satz von Ustinov könnte man schon fast als eine informale Definition der Prokrastination auffassen. Der Begriff wurde aus dem Englischen entlehnt und wird dort natürlich mit einem "c" geschrieben, also Procrastination. Ursprünglich stammt das Wort aus dem Lateinischen. Das Verb procrastinare bedeutet etwas vertagen, verschieben (pro- vorwärts, cras - morgen). Aber bereits lange vor den Römern wurden die Menschen vom Aufschiebeverhalten geplagt. So sieht Tim A. Pychyl die Ursprünge in der Steinzeit

Im Deutschen hat die Psychologie für diesen Begriff leider noch keine passende Übersetzung gefunden. Man könnte es als den Akt des Verschiebens, Verschleppens und Auschiebens bezeichnen. Bevor wir zu einer formalen Definition des Begriffes kommen, wollen wir uns noch ein Zitat von Edward Young anschauen, welches einen wesentlichen Aspekt der Procrastination beleuchtet: "Procrastination is the thief of time." (Das Aufschieben ist der Dieb der Zeit.) Das ist ein Gefühl, was wohl von allen geteilt wird, die ernsthaft unter Aufschiebeverhalten leiden: Ständig unnötig Zeit verloren zu haben und dies, wie bei einem Diebstahl, unwiederbringlich. Aber auch die Umkehrung dieser Aussage durch Oscar Wilde hat einen wichtigen Wahrheitsgehalt, auf den wir hier jedoch nicht weiter eingehen wollen: "Pünktlichkeit ist der Dieb der Zeit"..

Formale Definition der Procrastination

In Websters Wörterbuch findet man unter "procrastination": "The act or habit of procrastinating, or putting off to a future time" (Die Handlung oder die Gewohnheit des Aufschiebens, oder auf einen zukünftigen Zeitpunkt Vertagens.)
Die Handlung oder Gewohnheit bedeutet, dass es sich um einen bewussten aktiven Akt des Verschiebens handelt. Damit sind die Fälle ausgeschlossen, wenn jemand durch äußere Umstände oder höhrere Gewalt an der Ausübung einer geplanten Tätigkeit gehindert wird, wie z.B. Verkehrsstau, starke Verspätungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln und so weiter. In obiger Definition fehlt jedoch, dass es sich dabei um ein unnötiges und meist irrationales Verschieben handelt. Wenn beispielsweise jemand, der nur noch wenig Zeit für seine Prüfungsvorbereitungen hat, plötzlich unbedingt seine Bücher und CDs sortieren muss oder den Kühlschrank gründlich auswaschen muss. Zusammenfassend könnte man also die Prokrastinnation so definieren:
Ein häufiges oder gewohnheitsmäßiges Verhalten von Menschen aktiv, unnötig und irrational notwendige - prioritär bezeichnete - Tätigkeiten auf zukünftige Termine, die meist vage und unbestimmt sind (siehe auch Mañana-Prinzip), zu verschieben, statt sie konsequent und pünktlich zu erledigen Bei diesen Tätigkeiten oder Aufgaben kann es sich sowohl um Dinge handeln, die von außen von ihnen verlangt werden als auch solche, die ihnen selbst wichtig sind. Statt die anstehenden Aufgaben zu erledigen, widmet sich der Prokrastinator Ersatzhandlungen, die häufig weniger wichtig und manchmal auch unsinnig sind.

Eine interessante Definition der Procrastination liefert Eric Hoover in seinem Artikel "Tomorrow, I love Ya!" (The Chronicle of Higher Education, Volume 52, Issue 16, Seite A30):
"Eine Aufgabe auszuwählen, während man gleichzeitig eine andere in Wartestellung bringt, bedeutet Prioritäten setzten. Dies ermöglicht den Menschen eins nach dem anderen die Punkte von der Aufgabenliste zu streichen. Procrastination ist es, wenn man diese Liste ständig umorganisiert, sodass wenig oder überhaupt nichts von ihr erledigt wird." (Choosing to do one task while temporarily putting another on hold is simply setting priorities, which allows people to cross things off their to-do lists one at a time. Procrastination is when one keeps reorganizing that list so that little or nothing on it gets done.)

Synonyme

Die Prokastination wird meist umgangssprachlich auch als Aufschieberitis oder Aufschieberei bezeichnet. Formaler und passender als Synonyme sind Aufschiebeverhalten, Hinausschieben, Verschieben und Verzögern. In der Wirtschaft wird, wenn es sich um Kredite handelt, das Aufschieben auch als Prolongation bezeichnet. Die deutsche Sprache ist gespickt mit Redewendungen, die dieses Verhalten beschreiben: "Etwas auf die lange Bank schieben", "vor sich herschieben", "auf Eis legen" Ein interessantes wenn auch mittlerweile seltener gebrauchtes und altertümlich wirkendes Synonym für den Begriff Aufschiebeverhalten ist Saumseligkeit. Das Wort "Saumseligkeit" oder auch "saumselig" kommt von "säumen" in der Bedeutung aus Trägheit oder Nachlässigkeit die Ausführung einer Sache hinauszögern oder sich sehr viel Zeit mit der Ausführung lassen.

© 2005 - 2010 Bernd Klein